Titel 01: Deckenstrahlplatten – Lieferung, Montage & Zertifizierung
Die folgenden Positionen können unverändert oder projektspezifisch angepasst in Ihr Leistungsverzeichnis übernommen werden.
Position 01.01 — Lieferung und Montage wassergeführter Deckenstrahlplatten
Lieferung, Montage und hydraulischer Anschluss wassergeführter Deckenstrahlplatten gemäß Ausführungsplanung und Objektauslegung (Baubreite, Länge, Wärmeleistung je Modell projektspezifisch).
- Normkonformität: Ausführung nach DIN EN 14037 (Prüfnorm für Strahlungsheizflächen) und VDI 6030 (Hallenheizung), ErP-konform nach EU-Ökodesign-Verordnung.
- Material: Profiliertes, pulverbeschichtetes Stahlblech für industrielle Dauerbeanspruchung.
Position 01.02 — Befestigung, Abhängung & Statiknachweis
Aufhängung und Befestigung der Deckenstrahlplatten an der vorhandenen Dachkonstruktion inklusive statischem Nachweis der zulässigen Traglast durch den Auftragnehmer.
- Deckenabstand: Mindestabstand 200 mm zwischen Plattenoberseite und Rohdecke zur Vermeidung von Wärmestau und zur Sicherstellung der Luftzirkulation.
- Ausführungsvorgabe: Montage ausschließlich durch einen vom Hersteller zertifizierten Hauptmonteur, um die volle Systemgarantie des Herstellers sowie eine herstellerkonforme, haftungssichere Ausführung zu gewährleisten.
Position 01.03 — Druckprüfung & Dokumentation
Druckprüfung sämtlicher montierter Deckenstrahlplatten und Verrohrung vor Inbetriebnahme.
- Prüfvorgabe: Prüfdruck 1,5-fach über dem maximalen Betriebsdruck, Haltedauer mindestens 30 Minuten, gemäß EN 14037 und BetrSichV.
- Dokumentation: Schriftliches Prüfprotokoll ist dem Auftraggeber vor Übergabe auszuhändigen.
Titel 02: Medienversorgung und flexible hydraulische Infrastruktur (Technologieoffen)
Die folgenden Positionen können unverändert oder projektspezifisch angepasst in Ihr Leistungsverzeichnis übernommen werden.
Position 02.01 — Universelles Rohrnetz zur technologieoffenen Medienversorgung
Lieferung und Montage des Rohrnetzes ab Raumheizungsverteiler bis zu den Anschlusspunkten der Deckenstrahlplatten. Das Rohrnetz und die Systemauslegung müssen zwingend technologieoffen und flexibel ausgeführt werden, um eine Einschränkung bei der Wahl der Heiz- oder Kühlquelle dauerhaft auszuschließen.
- Systemkompatibilität: Die Systemauslegung muss für den Betrieb mit fossilen, biogenen sowie regenerativen Energiequellen gleichermaßen geeignet sein. Der reibungslose Betrieb muss sowohl bei Hochtemperatur-Versorgung (z. B. Gas-/Ölbrennwertkessel, Fernwärme, Biomasse) als auch im hocheffizienten Niedertemperaturbetrieb (z. B. Luft-, Wasser- oder Sole-Wärmepumpen, industrielle Abwärmenutzung) gewährleistet sein.
- Betriebsparameter (Gleitender Betrieb): Geeignet für Systemtemperaturen im Heizbetrieb von nominal 35 °C bis 90 °C (Vorlauf) sowie für den sommerlichen Kühlbetrieb mit Kaltwasser im Bereich von 15 °C bis 19 °C.
- Material: Präzisionsstahlrohr oder mehrschichtiges Verbundrohr inklusive aller Formteile, formstabil und diffusionsdicht geprüft, fachgerecht gedämmt nach den aktuellen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Position 02.02 — Flexibler Systemanschluss (Edelstahl-Wellrohr-Sets)
Hydraulischer Anschluss der einzelnen Strahlplattenbänder an das starre Rohrnetz mittels flexibler, sauerstoffdiffusionsdichter Edelstahl-Wellschläuche.
- Spezifikation: Zur Aufnahme von thermisch bedingten Längenänderungen bei wechselnden, gleitenden Systemtemperaturen (Wechsel zwischen Hoch-/Niedertemperatur oder Heiz-/Kühlbetrieb) und zur mechanischen Entkopplung von Schwingungen der Dachkonstruktion.
- Dimensionierung: Passend zur Strangdimension (DN 20 bis DN 32), inklusive Überwurfmutter, Flachdichtungen sowie Absperr- und Regulierarmaturen.
Position 02.03 — Dynamischer hydraulischer Abgleich für wechselnde Lasten
Lieferung, Einbau und Einregulierung von automatischen, druckunabhängigen Regelventilen (SADVs / PICV) an den Hauptsträngen der Deckenstrahlplatten.
- Funktion: Gewährleistung des geforderten Volumenstroms in allen Teillastzuständen und bei variierenden Vorlauftemperaturen unterschiedlicher Heizquellen. Ein messtechnischer Nachweis über den erfolgten hydraulischen Abgleich ist dem Auftraggeber als Dokumentation (VDI 2035) zu übergeben.
Diese Musterpositionen sind eine unverbindliche Planungshilfe und ersetzen keine projektspezifische Fachplanung. Energyworld übernimmt keine Gewähr für die direkte Verwendbarkeit in Ihrer konkreten Ausschreibung.